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...der abenteuerliche Transport dieser Telefonzelle...

 

Nach dem aus technischen Gründen der Termin der Abholung schon mal verschoben wurde, war es am 01.12.2010 endlich soweit. Mein Kumpel M…. hatte ebenfalls Lust auf einen Ausflug ins Schwabenland und so gingen wir die Sache, trotz schrecklicher Unwetterwarnungen an.

Den Transporter hat F…. vermittelt, doch bevor dieser beim Autohaus in Meerane übernommen wurde, gab es noch einen kleinen, etwas schmerzlichen Zwischenfall.

Ich holte M…. in Glauchau ab und seine liebe Ehefrau L…. nutzte die Mitfahrgelegenheit nach Meerane. M…. nahm auf dem Beifahrersitz Platz und L…. sieg da hinter ihm in meinem Hochdachkombi ein. M…. war etwas schneller, wie bei Männern so üblich und zog die Autotür zu. Was er nicht sah, dass L. sich zum Einsteigen  sich am Türholm festhielt. Ein kurzer Schrei und eine etwas längere Diskussion ging durchs Auto. Ob hier eine richtige Verletzung draus wird, bleibt noch abzuwarten.

Das sich die gewünschte Telefonzelle in einer Entfernung von ca. 440 km befindet und die Tatsache dass der Winter 2010 bereits im November so richtig Einzug gehalten hatte, ließen erahnen, dass die Reise dann doch etwas abenteuerlicher werden könne und so kam es denn auch.

M…. hatte sich sicherheitshalber ein Glas Bockwürste eingepackt und die Reise begann so gegen 07:30 Uhr in Meerane. Die Hinfahrt verlief bei vernünftigen Straßenverhältnissen problemlos und auch pünktlich.

Einem Moment glaubten wir falsch gefahren zu sein und ich dachte, dass ich eventuell den falschen Ort ins Navi eingegeben habe. Auf den Wegweisern stand als Ort Ehingen und ich war fest der Meinung, dass der Ort Ehringen heißen würde. Außerdem gab es dann dort im weiten Land auch noch den Ort Eggingen. Ich war mir nun nicht mehr hundert prozentig klar, ob wir richtig sind und hielt kurz an. Ich rief den Verkäufer der Telefonzelle an und der Ort Ehingen erwies sich als richtig.

Als wir auf den Hof am Abholort ankamen, lagen dort ein paar rote Teile im Bereich des Einganges. M….  war erstmal der Meinung, dass er sie auch in seinem Auto hätte rein bekommen. Beim näheren Hinschauen und späteren Aufladen war er dann doch einer anderen Meinung. Die meisten Teile ließen sich zu zweit bewegen, waren aber ziemlich schwer. Ein Teil, wohl die Wand, an welcher das Telefon montiert war, erwies sich doch als wesentlich schwerer. Zu viert luden wir das Teil in den Transporter.

Der Verkäufer ist Gaststättenbesitzer in Ehingen und sagte, dass er die Telefonzelle nun nicht mehr brauchte, er hatte die Gaststätte früher als Bistro oder Pub betrieben, doch nun im Steakhaus passe sie nicht mehr so richtig.

Früher hatte er mal 6 Telefonzellen gehabt, er hatte diese selber vor ca. 25 Jahren aus England importieren lassen und in verschiedenen Gaststätten aufgestellt, dieses ist nun die letzte.

Die Teile wurden auf dem Transporter mit Spanngurten festgezurrt. Wir aßen noch was zu Mittag und machten uns dann auf den Rückweg.

Am Ortsausgang fuhren wir an eine Tankstelle und tankten noch mal richtig voll, ab der Tankstelle fuhr dann M….  dann den Transporter.

Es hatte bereits auf der Hinfahrt begonnen zu schneien und es blieb auch so bei. Die Straßenverhältnisse wurden zusehends schlechter, wir kamen aber noch ganz gut voran. Auf der Autobahn dann wurde es immer problematischer mit den Fahrbahnverhältnissen, es ging aber trotzdem immer weiter. Plötzlich verabschiedete sich der Scheibenwischer auf der Fahrerseite und die Sicht wurde nun immer schlechter. Die Frontscheibe drohte zu zufrieren und wischen ging nun nicht mehr.

Ein kurzer Halt auf einer Abfahrt brachte die Feststellung, dass der Wischer zwar nicht weg war, er lag unter der Motorhaube, ließ sich aber nicht mehr montieren. Wie überlegten, was wir nun machen können, suchten nach einem brauchbaren Lappen oder so, konnten aber nichts Gescheites finden. M…`s Idee, einen Handschuh an den Wischerarm zu befestigen, setzten wir prompt um und es ging mit schlechten Straßen und Sichtverhältnissen weiter. Wir kamen etwas langsamer aber immer noch ganz gut voran. Auf der Gegenseite waren bereits mehrere Staus und auf der Fahrbahn in unsere Fahrtrichtung standen an jeder leichten Steigung mehrere, später viele LKW.  Im Verkehrsfunk waren die Staumeldungen, hauptsächlich in Bayern, länger als die eigentlichen Nachrichten. Es wurde insgesamt, erst von 990, später dann von insgesamt 1300 km Stau geredet, die meisten davon um München herum. Wir konnten uns trotz der vielen Meldungen immer durchschlängeln und kamen weiter vorwärts. Ich rief sicherheitshalber die Polizei in Sachsen an und informierte mich, über die Situation auf den Straßen in Sachsen, hier gab es bis zu dem Zeitpunkt auf unserer Strecke auch keine Staumeldungen.

Auf der BAB 72, hinter Plauen hatten sich zu unserer Begrüßung schon sehr viele Leute mit ihren Autos versammelt, genauer gesagt, standen Kolonnen von Fahrzeugen auf vielen Kilometern, die Lichterkette war in größeren Abständen mit gelben und blauen Rundumleuchten geschmückt.

Mit etwa 3 Stunden Verspätung kamen wir dann in Meerane an. Hier lag auch eine riesen Menge Schnee bereits und die Anfahrt an die Garage, wo die Telefonzelle dann eingelagert werden sollte, gestaltete sich sehr schwierig. Nach mehreren Anläufen gelang es dann und wir konnten die roten Teile abladen. Dazu brauchten wir wiederum vier Leute.  Zwei gute Helfer M…. und C…. hatten wir auch vorher schon telefonisch engagiert. 

Als wir dann den Transporter zurück zum Autohaus schaffen wollten, war natürlich niemand mehr da, mein Auto konnte ich auch  nicht dort abholen denn der Schlagbaum zu Autohof war verschlossen. Wir fuhren dann mit dem Transporter M…. nach Hause und den Transporter stellte ich auf einem Parkplatz im Gewerbegebiet Meerane ab. Am nächsten Tag gab ich dann den Transporter und auch den Schlüssel zurück. Den Handschuh ließ ich am Scheibenwischerarm dran.

 

Alles in allem kann ich sagen, dass die Telefonzelle nun noch eine kleine Geschichte erlebt hat. Weiter möchte ich anmerken, dass es schon sehr gewagt war, bei den angekündigten Unwetterwarnungen überhaupt los zufahren und dass wir ne ganze Portion Glück mit an Bord hatten.

Für die Witterung war das Tiefdruckgebiet „Katharina“ verantwortlich.